stigmAktion

Der aus dem Altgriechischen stammende Begriff „Stigma“ hat die Bedeutung eines Brandmals oder Zeichens. Sklaven, Kranke, Verbrecher usw. wurden gebrandmarkt, um eine klare Abgrenzung zu anderen Gruppen innerhalb einer Gesellschaft zu ermöglichen. Auch heute noch wird „Stigma“ meist als negatives Merkmal dargestellt. So werden Personen oder Gruppen aufgrund äußerer Merkmale wie Herkunft, Behinderung etc. mit negativen Bewertungen belegt und durch die Gesellschaft hauptsächlich über diese negativen Merkmale wahrgenommen.

Am 28. September 2018 wird an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt die Tagung „Alles Inklusion. Gelebte Realität oder Illusion?“ stattfinden, die sich mit Stigmatisierungen und Diskriminierungen von Menschen befassen wird. Die Veranstaltung wird vom Arbeitsbereich für Sozialpädagogik und Inklusionsforschung in Kooperation mit dem Beratungs-, Mobilitäts- und Kompetenzzentrum sowie dem Behindertenbeauftragten der AAU Klagenfurt durchgeführt.

Im Vorfeld der Tagung sammeln die Veranstaltenden Beispiele in Form von Texten, Bildern oder Filmen für Stigmatisierungen von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. Damit sollen Situationen, Umwelten, Medienberichte etc. sichtbar gemacht werden, durch die behinderte und chronisch erkrankte Menschen stigmatisiert, diskriminiert und benachteiligt werden.

Unterstützen auch Sie unsere Aktion!

Übermitteln Sie uns Beiträge in Form von Texten, Bildern oder Filmen zum Thema „Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen“ an die Adresse stigma@inclusion.cc!

Als Denkanstoß nachfolgendes Gedicht von Christian Fürchtgott Gellert aus dem Jahr 1769 und einige Beispiele:

Das Land der Hinkenden

Vor Zeiten gabs ein kleines Land,
Worinn man keinen Menschen fand,
Der nicht gestottert, wenn er redte,
Nicht, wenn er gieng, gehinket hätte;
Denn beides hielt man für galant.
Ein Fremder sah den Uebelstand;
Hier, dacht er, wird man dich im Gehn bewundern müssen,
Und gieng einher mit steifen Füssen.
Er gieng, ein jeder sah ihn an,
Und alle lachten, die ihn sahn,
Und jeder blieb vor Lachen stehen,
Und schrie: Lehrt doch den Fremden gehen!

Der Fremde hielts für seine Pflicht,
Den Vorwurf von sich abzulehnen.
Ihr, rief er, hinkt; ich aber nicht:
Den Gang müßt ihr euch abgewöhnen!
Der Lärmen wird noch mehr vermehrt,
Da man den Fremden sprechen hört.
Er stammelt nicht; genug zur Schande!
Man spottet sein im ganzen Lande.

Gewohnheit macht den Fehler schön,
Den wir von Jugend auf gesehn.
Vergebens wirds ein Kluger wagen,
Und, daß wir thöricht sind, uns sagen.
Wir selber halten ihn dafür,
Bloß, weil er klüger ist, als wir.

Beispiele: