Rollstuhlbasketball: Kärntner Team ist Staatsmeister

Posted in Allgemein, Behindertensport, Kärnten on April 24th, 2012 by Ernst Kocnik – Be the first to comment

Am 21. April 2012 machen die Carinthian Broncos die Sensation mit einem Sieg gegen die Mannschaft aus Salzburg perfekt und holen erstmals die Meisterehren nach Kärnten!

Die Ausgangslage im Play-Off war klar: mit einem Sieg über die Gastgeber aus Salzburg und einer gleichzeitigen Niederlage der LoFric Dolphins aus Wien gegen Hobit Brno wären die Broncos österreichischer Rollstuhlbasketballmeister 2012. Den ersten Teil meisterten die Kärntner bravourös, obwohl das Spiel gegen Salzburg erwartungsgemäß spannend und knapp verlief. Die Broncos starteten gut in die Partie und beherrschten diese auch über weite Teile – plus 10 Punkte für die Broncos nach dem 1. Viertel, plus 11 nach den Spielabschnitten zwei und drei. Im letzten Spielabschnitt drohte das Spiel zu kippen. Zwei Minuten vor Schluss der Partie kamen die Salzburger bis auf zwei Punkte heran, bevor Gruber und Holdernig mit jeweils vier Punkten letztendlich das Spiel zugunsten der Broncos entscheiden konnten: Endstand 52:45.

Im zweiten Semifinale zwischen Hobit Brno und den Wiener Dolphins entschied sich, wer der Finalgegener der Broncos sein sollte. Nach einem knappen und spannenden ersten Viertel (12:10) ließen die Tschechen im weiteren Spielverlauf nichts mehr anbrennen und entschieden die Partie mit 54:36 für sich.

Obwohl die Broncos damit bereits österreichischer Staatsmeister 2012 waren, bestritten sie voll konzentriert das Finalspiel gegen das Team aus Tschechien, galt es doch neben dem Meistertitel auch den Gesamtsieg der Turnierfolge zu erringen. Lange Zeit sah es so aus, als könnte dies auch gelingen. Mit einer mannschaftlich starken Leistung hielten die Kärntner das Spiel bis knapp vor Ende offen. In Minute 32 betrug der Vorsprung Brnos gerade mal zwei Punkte, danach brach allerdings der Widerstand der Broncos und Hobit Brno gewann mit 52:39.

 

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BMKz bei der Langen Nacht der Forschung

Posted in Barrierefreiheit, BMKz, Kärnten, Persönliche Assistenz on April 19th, 2012 by Ernst Kocnik – Be the first to comment

Logo Lange Nacht der Forschung 2012Erstmals beteiligt sich das -Beratungs-, Mobilitäts- und Kompetenzzentrum an der Langen Nacht der Forschung am 27. April 2012.

Wie Menschen mit Behinderungen auf dem Weg zur Selbstbestimmung unterstützt werden, erfahren Sie auf der gemeinsam vom BMKz und Integriert Studieren organisierten Station U 02. Behinderte Menschen sehen sich im Alltag vielen von der Gesellschaft konstruierten Barrieren gegenüber. Die Station ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern, die Perspektive zu wechseln und die Umgebung aus der Sicht von Menschen mit Behinderungen zu erleben. Probieren Sie auf der Station unterschiedlichste Hilfsmittel wie Blindenstöcke, Induktionsanlagen, Screenreader, Rollstühle etc. aus und lernen Sie das Modell der Persönlichen Assistenz kennen.

Weitere Informationen zur Langen Nacht der Forschung: www.lnf2012.at

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Stolperstein 7 – Der Amazon Kindle und die Barrierefreiheit

Posted in Allgemein, Barrierefreiheit, BMKz, Stolpersteine on April 16th, 2012 by Mark Wassermann – Be the first to comment

Das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt – so beschreibt sich Amazon selbst. Lediglich die Definition des Begriffs Kunden dürfte die Gruppe der sehbehinderten und blinden Menschen nicht umfassen!

Der Kindle, das Nonplusultra der eBook Reader, ist jetzt auch als Touchscreen-Variante verfügbar. Leider ist wieder einmal auf blinde und sehbehinderte Menschen vergessen worden. Gerade elektronische Medien bieten sehbehinderten und blinden Menschen die Chance am Leben in der Gesellschaft teilzunehmen.

Auch stellt ein Touchscreen kein unüberwindbares Hindernis dar, vielmehr bietet diese Art von Geräten ungeahnte und fantastische Möglichkeiten für blinde und sehbehinderte Nutzerinnen und Nutzer, wie das Apple iPad beweist. Mit iBooks kann sich eine blinde Leserin oder ein blinder Leser alle im iTunes Store verfügbaren Bücher mittels des eingebauten Screenreaders, VoiceOver, in über 25 Sprachen vorlesen lassen und das nicht nur am iPad, sondern auch auf allen anderen iOS Geräten wie dem iPhone oder dem iPod.

Amazon scheint hier allerdings einen anderen Ansatz zu verfolgen. Lediglich der Kindle  Keyboard bringt eine experimentelle Sprachausgabe in Englisch mit. Bei allen anderen Kindle Modellen, wie dem Kindle Touch, wurde auf diese Funktion gänzlich verzichtet. Auch die Kindle Software für den PC oder das iPad sind nicht mit den gängigen Screenreadern kompatibel.

Ob dieser Zustand auf Ignoranz oder Kalkül von Seiten Amazons zurückzuführen ist? Egal! Was jedenfalls bleibt: für blinde und sehbehinderte Kundinnen und Kunden, die auf eine Sprachausgabe angewiesen sind, ist das Angebot des Kindle Stores also unzugänglich.

Derzeit sind Schlichtungsverfahren, auf Grund des Verstoßes gegen das im Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz geregelte Diskriminierungsverbot, gegen Amazon anhängig. Ob Amazon hier einlenken wird und eine (menschen)rechtskonforme Situation herstellen wird oder ob der Weg zu den ordentlichen Gerichten notwendig sein wird, bleibt abzuwarten.

 

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Lesung: Herr Groll im Schatten der Karawanken

Posted in Allgemein, Kärnten on März 7th, 2012 by Ernst Kocnik – Be the first to comment

Schauplatz des neuen Groll-Romans ist Erwin Riess´ Wahlheimat Kärnten. Gewohnt kritisch und skuril befasst sich Erwin Riess darin mit Kärntens Geschichte und Gegenwart, wie folgender Auszug beweist:

“In diesem Landstrich vor den Karawanken liegt die Geschichte wie ein Schatten auf den Lebenden; was vor sechzig, siebzig Jahren geschehen war, setzte sich in der zweiten Republik bis zur Gegenwart fort. Die Karawanken sind hoch und unnahbar, und nichts und niemand ist vergessen und niemand hat vergessen. Es ist, als ob das Land vergessen hat wie man vergißt.”

Lesung am 20. April 2012, 19 Uhr | Arbeiterkammer Klagenfurt, Bahnhofplatz 3

Interview mit Erwin Riess: Großes Wissen und ziemlich starker Tobak (Kleine Zeitung, 4.3.2012)

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Zwischenmenschliche Kommunikation

Posted in Allgemein, Kärnten on März 7th, 2012 by Ernst Kocnik – Be the first to comment

Menschen mit Behinderungen fühlen sich durch ihre Behinderungen oft gehemmt, das Knüpfen von Kontakten ist für sie daher oftmals schwierig. Eine Situation, die Michael Rassinger – selbst behindert – durchaus vertraut ist. Er organisiert aus diesem Grund Treffen speziell für Menschen mit Behinderungen, die vor allem Jugendlichen die Möglichkeit des Austausches bieten sollen.

Wenn auch Sie Gleichgesinnte treffen und Menschen in ähnlichen Situationen kennen lernen wollen, kontaktieren Sie Herrn Rassinger unter mrassinger@gmx.at!

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Platz drei für Broncos nach Grunddurchgang

Posted in Allgemein, Behindertensport, Kärnten on März 1st, 2012 by Ernst Kocnik – Be the first to comment

Mit der 4. Vorrunde in Frohnleiten vom 25.-26. Feber 2012 ist der Grunddurchgang der ÖM im Rollstuhlbasketball abgeschlossen. Die Kärntner konnten dabei alles andere als überzeugen, beendeten den Grunddurchgang trotz allem aber mit Platz drei.

Die heurige Meisterschaft im österreichischen Rollstuhlbsasketball ist an Dramatik kaum mehr zu überbieten. Jeder kann jeden schlagen, was sich auch in der Tabelle niederschlägt: Gleich vier Teams sind nach dem Grunddurchgang punktegleich und den letzten trennen vom ersten lediglich vier Punkte.

Sehr durchwachsen verlief die 4. Vorrunde für die Broncos. Nach einem knappen Auftaktsieg gegen die Bulls aus Niederösterreich mit 60:55 setzte es gegen die Dolphins aus Wien mit 54:76 eine empfindliche Niederlage. Die Kärntner konnten lediglich das 1. Viertel knapp für sich entscheiden (19:16), Viertel 2 und 3 verliefen mit 10:19 bzw. 15:18 auch noch relativ ausgeglichen, jedoch das letzte Viertel beherrschten die Wiener mit 10:23 ganz klar. Auch im letzten Vorrundenspiel gegen die Gastgeber aus der Steiermark rollten die Broncos nach spannenden 40 Minuten als Verlierer vom Feld (44:50), obwohl sie die ersten beiden Viertel klar beherrschten.

Letztendlich reichte es für die Kärntner aber trotz allem noch für den dritten Platz nach den Vorrunden und zur Qualifikation für das Obere PlayOff, das am 18.3. in Wien stattfinden wird. Dort geht es gegen die Teams aus Brünn und Salzburg um eine gute Ausgangsposition für die Finalrunde.

Tabelle ÖM Rollstuhlbasketball

  1. Hobit Brno | 7 | 3 | +63 | Punkte 17
  2. RSV Basket Salzburg | 5 | 5 | +16 | Punkte 15
  3. Carinthian Broncos | 5 | 5 | -19 | Punkte 15
  4. Sitting Bulls | 5 | 5 | +25 | Punkte 15
  5. Flink Stones Steiermark | 5 | 5 | -31 | Punkte 15
  6. ABSV LoFric Dolphins Wien | 3 | 7 | -54 | Punkte 13
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Keine Demokratie erwünscht?

Posted in Politik on Februar 26th, 2012 by Andreas Jeitler – Kommentare deaktiviert

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Was ist nur mit der Demokratie in Österreich los? Am Freitag erführ ich durch Zufall, dass es einen Vorschlag des Wissenschaftsministeriums für eine Änderung des Universitätstesetzes (UG) gibt. Es geht dabei nur um so eine Kleinigkeit wie die Finanzierung der Universitäten; nichts also, worüber sich Otto-NormalbürgerIn Gedanen machen müsste.

Eine breite öffentliche Debatte scheint zumindest nicht gewünscht zu sein, denn die Begutachtungsfrist beträgt genau 5 Tage. Datiert ist die Aussendung mit 22.2.2012, die Begutachtungsfrist endet am 27.2.2012 (also morgen Montag). Wenn man es genau nimmt, sind es also gar keine 5, sondern nur 3 Tage, wenn man von Werktagen ausgeht. Diese 3 Tage gönnt uns das BMWF um zum vorgelegten Gesetzesentwurf eine Meinung zu bekunden. Auf der Seite des Parlamentes, wo alle Gesetzesentwürfe mit den zugehörigen Stellungnahmen gesammelt und öffentlich zugänglich gemacht werden, ist der Entwurf erst am 23.2.2012 erschienen.

Minimalistische Änderungen scheinen derzeit an der Tagesordnung im hohen Haus zu sein, dennn im Moment liegen gleich zwei von einander unabhängige Änderungsvorschläge für das UG im Nationalrat auf; das Begutachtungsverfahren zur Änderung des UG vom 22.2. und ein weiteres Begutachtungsverfahren zur Änderung des UG vom 7.2., dessen Begutachtungsfrist erst am 5.3. endet.

Neben dem genannten Begutachtungsverfahren sind derzeit gleich eine ganze Reihe von ähnlich kurz anberaumten Änderungsentwürfen auf der Website des Nationalrats zu bestaunen, die von unterschiedlichsten Ressorts eingebracht wurden.

Ich beurteile diese Vorgehensweise einiger Ministerien als äußerst bedenklich hinsichtlich jener Verpflichtungen, die Österreich mit der Ratifizierung der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung eingegangen ist, siehe Artikel 29 der Konvention. Drei Tage sind für viele Menschen mit Behinderung definitiv zu kurz um den Entwurf zur Kenntnis zu nehmen, zu rezipieren und gegebenenfalls eine Stellungnahme zu verfassen.

Auch hinsichtlich des, in Österreich rechtsgültigen Bundes-Behindertengleichstellungsgesetzes (BGstG) ist diese Vorgehensweise zu hinterfragen, da die Informationen von einer Behörde öffentlich angeboten werden. Das gesamte Begutachtungsverfahren ist möglichst barrierefrei zu gestalten. Ausreichend Zeit für eine Interaktion bereitzustellen ist Teil jeder Accessibility-Strategie. Aus dieser Perspektive könnte man argumentieren, dass die betroffenen Ministerien Menschen mit Behinderungen im Sinne des BGstG diskriminieren, und daher zum Bundessozialamt zu einem Schlichtungsgespräch geladen werden sollten.

Man könnte natürlich auch kritisch hinterfragen, ob das Verfassen von Stellungnahmen im Rahmen von Begutachtungsverfahren zur Änderung von Gesetzen überhaupt etwas bringt. Stellung können wir viel beziehen, die Frage ist nur, ob diese Meinungen die Verantworlichen interessieren.

Foto des Monats Februar 2012: Einmal halsbrechen bitte!

Posted in Allgemein on Februar 25th, 2012 by Andreas Jeitler – Kommentare deaktiviert

Foto: Viel zu Steile Rampe in einem Hotel in Weiz

Das aktuelle Foto des Monats zeigt eine fast 45 Grad steile Rampe, die in einem Weizer Hotel entlang einer Stiege angebracht wurde. Auf diesem Weg kommt man übrigens auch zum, eigentlich sehr schön ausgestatteten, Wellness-Bereich mit Pool und Sauna.

Trotz meines Verständnisses für Platzmangel und dem Wunsch Kosten zu sparen ist diese Rampe, wenn überhaupt, nur durch aktive HochleistungssportlerInnen im Rollstuhl benutzbar. Für alle anderen ist dieses Konstrukt eine unüberwindbare Hürde. Wir ist diese Rampe sogar zum Gehen zu steil.

Hm, irgendwie möchte man schon glaube, dass ArchitektInnen, BaumeisterInnen und AuftraggeberInnen zumindest ein Bisschen mitdenken. Wenn das Teil so steil ist, dass man nicht einmal drauf gehen mag, wie soll das dann für RollifahrerInnen oder Eltern mit Kinderwägen funktionieren?

Da kann man nur den Kopf schütteln.

Broncos verteidigen Tabellenführung

Posted in Allgemein, Behindertensport, Kärnten on Januar 23rd, 2012 by Ernst Kocnik – Be the first to comment

Kärntens Rollstuhlbasketballer befinden sich weiterhin auf Erfolgskurs und führen die Tabelle der österreichischen Rollstuhlbaskatball-Liga auch nach der 2. Vorrunde an.

Hustopece, eine tschechische Kleinstadt nahe der österreichischen Grenze, war vom 21.-22. Jänner 2012 Austragungsort der 2. Vorrunde der österreichischen Meisterschaft. Die Kärntner trafen dabei auf die Teams von Brünn und Salzburg. Im ersten Spiel gegen die Gastgeber aus Brünn waren die Broncos gänzlich von der Rolle und hatten in keiner Spielphase die Chance auf einen Sieg. Die Brünner entschieden das Spiel bereits im ersten Viertel für sich und gewannen schlussendlich mit einem Gesamtscore von 79:48.

Wesentlich besser fanden sich die Carinthian Broncos im zweiten Spiel gegen die Mannschaft des RSV Salzburg zurecht. Zwar hatten die Kärntner auch hier Anlaufschwierigkeiten, konnten jedoch auf Tuchfühlung mit den Salzburgern bleiben bis sie gegen Ende des 3. Viertels zu ihrem gewohnten Spiel fanden. Im letzten Spielabschnitt boten die Kärntner gute Defensivarbeit und entschieden das Spiel doch noch einigermaßen klar mit 71:60 für sich.

Tabelle ÖM Rollstuhlbasketball

  1. Carinthian Broncos | 4 | 1 | +22 | Punkte 9
  2. Hobit Brno | 3 | 2 | +34 | Punkte 8
  3. RSV Basket Salzburg | 3 | 2 | +33 | Punkte 8
  4. Sitting Bulls | 3 | 2 | +14 | Punkte 8
  5. Flink Stones Steiermark | 2 | 3 | -27 | Punkte 7
  6. ABSV LoFric Dolphins Wien | 0 | 5 | -76 | Punkte 5
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Bild des Monats Jänner 2012: Beschäftigungstherapie beim Penny-Markt

Posted in Barrierefreiheit on Januar 6th, 2012 by Andreas Jeitler – Kommentare deaktiviert
Gebäck beim PennymarktBeim Pennymarkt hat man sich etwas tolles einfallen lassen, um die Kundinnen und Kunden geistig und körperlich zu fördern, ganz nach dem Motto: Einkaufen ist ein Erlebnis. Das erste Bild des Monats im neuen Jahr zeigt das Gebäck-Regal in meinem Penny-Markt um die Ecke. Um an frische Semmeln zu gelangen muss man zunächst einmal die erforderliche Körperhöhe mitbringen.  Wie wir auf dem Foto sehen, befinden sich die Laden für das leckere Weissgebäck nämlich sehr hoch oben. Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer müssen hier leider ohne Semmeln weiterrollen. Denn selbst, wenn sie sich so hoch strecken können, um die oberste Regal-Reihe zu erreichen, greifen sie ins Leere. Das wirklich Kreative an der Penny-Markt Gebäckausgabe ist nämlich die Art und Weise, wie die Kundinnen und Kunden an ihre Semmeln gelangen! Zunächst nehmen wir uns aus dem unteren Regal eine Papiertüte. Dann erfassen wir einen der, am oberen Rand des Regals eingehängten, Greif-Rechen (ich nenne das Konstrukt einfach einmal so), und balancieren die anvisierten Semmeln der Begierde über den Rand des hinteren Plastik-Behälters, und lassen sie vornüber purzeln. Durch die kleine Öffnung an der Vorderseite können wir das Plumps-Gut entnehmen und in unser Papier-Tütchen fallen lassen (doppelplumps). Irgendwie erinnert mich das an die Beschäftigungs-Ideen die Tierwärter im Zoo anwenden, um ihren Schützlingen bei der Nahrungsaufnahme ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Da werden leckere Fleischstückchen für Löwen an einem Seil baumelnd an unzugänglichen Stellen aufgehängt, damit es nicht so leicht ist, an die Nahrung zu kommen. Wenn man sich ins Gedächtnis holt, dass Supermärkte in der Regel Video-überwacht werden, erscheint es nur als nächster logischer Schritt die Vertreterinnen und Vertreter der Spezies Mensch bei der Jagt nach Nahrung in ihrer natürlichen Kauf-Umgebung zu beobachten, und den Probandinnen und Probanden künstliche Hürden in den Weg zu legen um zu sehen, wie sie mit der veränderten Situation zurechtkommen. Vielleicht gibt es ja Penny-Markt intern eine Video-Bestenliste, wer sich besonders ungeschickt bei der Semmel-Akquise angestellt hat – Lustigster Semmel-Jäger des Monats! Ich bezweifle den hygienischen Nutzen dieser Vorgehensweise. Das Spielchen hat lediglich den Effekt, dass die Semmeln beim Fall aufbrechen und daher schneller fest werden. Liebes Penny-Markt Management, es ist zwar nett gemeint, dass ihr Euren Kundinnen und Kunden auch beim Einkauf ein Erlebnis bieten wollt, dies funktioniert so aber nicht wirklich optimal. Abgesehen davon werden gleich ganze Bevölkerungsgruppen diskriminiert, weil sie das nett gemeinte Spielchen gar nicht mitspielen können. Blinde Personen kommen mit dem System vielleicht noch am Besten zurecht, obwohl sie nicht sehen, wo sie mit dem Schiebe-Rechen die Semmeln durch die Gegend wühlen. Kleinwüchsige Personen, Kinder oder Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer werden völlig ausgeschlossen. Personen mit motorischen Beeinträchtigungen (Seniorinnen und Senioren zu einem großen Teil!) oder Personen mit Lernschwierigkeiten könnten an dem Experiment ebenfalls scheitern oder erhebliche Probleme bekommen, an ihr Wunsch-Gebäck zu gelangen. Wir sehen hier also wieder einmal einen Vertreter der Kategorie Gut gemeint, aber völlig daneben.
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