Längst fällig: Bundeseinheitliche Regelung für Persönliche Assistenz

Posted in Allgemein, Persönliche Assistenz on Mai 25th, 2010 by ekocnik – Be the first to comment

Die unterschiedlichen Regelungen für die Inanspruchnahme von Persönlicher Assistenz (PA) in den österreichischen Bundesländern verdeutlichen ganz klar, dass Behinderung vornehmlich aus gesellschaftlich konstruierten Barrieren hervorgeht. In Kärnten zum Beispiel gibt es empfindliche Selbstbehalte (von € 4,15 – € 12,–!!/Assistenzstunde), in anderen Bundesländern wieder wird PA einkommensunabhängig gewährt; in fast allen Bundesländern ist die Inanspruchnahme von PA rund-um-die-Uhr möglich, in Kärnten lediglich von 6.00-22.00 Uhr; in einem Bundesland gibt es PA lediglich für Menschen mit Lernbehinderungen, in anderen jedoch nur für sinnes- und körperbehinderte Menschen; die Kostenbeiträge und Gehälter für Assistentinnen und Assistenten sind sehr unterschiedlich etc.

Obwohl es klare Richtlinien und Definitionen (u.a. auch vom Europäischen Kompetenzzentrum für Persönliche Assistenz) wie und was PA ist gibt, ist PA in Österreich wie man sieht eine vielschichtige Leistung, die in allen Bundesländern anders gesehen und ausgelegt wird.

Will eine Kärntnerin bzw. ein Kärntner mit Behinderung und mit Bedarf an PA in einem anderen Bundesland ein Studium oder eine anderweitige Ausbildung absolvieren, wird ihr bzw. ihm vom hiesigen Sozialressort geraten, den Hauptwohnsitz in Kärnten aufzugeben, da eine Finanzierung der Leistung in einem anderen Bundesland durch Kärnten nicht möglich ist. Neben dem Aufwand des Wohnortwechsels soll man also auch noch den Aufwand des Wohnsitzwechsels auf sich nehmen und unter Umständen im neuen Bundesland auch noch Neuanträge für diverse andere bisher in Kärnten bezogene Leistungen stellen (z.B. Pflegegeld), und das alles für einen voraussichtlich befristeten Wechsel des Wohnortes?

Artikel 19 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen hält fest, dass “der Staat wirksame und geeignete Maßnahmen zu treffen hat, um behinderten Menschen die volle Einbeziehung und Teilhabe in der Gemeinschaft zu erleichtern [...] und den Zugang zu gemeindenahen Unterstützungsdiensten zu Hause und in Einrichtungen zu gewährleisten, einschließlich der persönlichen Assistenz.”

Es ist höchste Zeit für eine bundeseinheitliche Regelung, die PA für Menschen mit Behinderungen im Sinne der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung einkommens- und vermögensunabhängig sowie versehen mit einem Rechtsanspruch gewährleistet.

Aufruf zu Demonstration am 9. Juni 2010 in Wien

YouTube-Video:
Mahnwache vor dem Sozialministerium

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Neue Büroräumlichkeiten für BASIS

Posted in Persönliche Assistenz on Mai 25th, 2010 by ekocnik – Be the first to comment

Unser Büro für Assistenz, Information & Service ist am selben Standort vom 1. in den 3. Stock in neue Räume übersiedelt.

Unsere neue Adresse:
Waagplatz 7, 3. Stock

BASIS – Büro für Assistenz, Information & Service

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Erster Kärntner BVP Stammtisch

Posted in Kärnten on Mai 12th, 2010 by Andreas Jeitler – Kommentare deaktiviert
Am Donnerstag den 20. Mai 2010 ruft die BVP Servicestelle des KOBV zum ersten Kärntner BVP Stammtisch im Gasthaus Pumpe in Klagenfurt auf. Den BVP Stammtisch gibt es schon mit Erfolg seit einiger Zeit in Wien. Nun soll diese Möglichkeit zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch auch in Kärnten heimisch werden. BVPs aus ganz Kärnten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Der Stammtisch soll zukünftig alle 6 Monate stattfinden. Behindertenvertrauenspersonen (BVPs) und deren StellvertreterInnen sind in jenen österreichischen Betrieben zu wählen, die mindestens 5 begünstigt behinderte Personen beschäftigen. Sie vertreten die Interessen der begünstigt Behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebes und beraten diese. Die BVP und ihre StellvertreterInnen sind dabei vom Betriebsrat zu unterstützen.

Wo:

Gasthaus Pumpe Lidmanskygasse 2 (Benediktinerplatz) 9020 Klagenfurt (barrierefrei)

Wann:

Am Donnerstag, 20. Mai 2010 um 17:00 Uhr

Kontakt für Rückfragen:

Dr. Stephanie Laimer
KOBV Österreich Servicestelle für berufliche Integration und Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen 1080 Wien, Lange Gasse 53 01/406 15 86 DW: 25 s.laimer@kobv.at www.kobv.at

Links zum Thema:

Barrierefreies Leit- und Informationssystem erhält Innovationspreis

Posted in Barrierefreiheit on April 15th, 2010 by ekocnik – Be the first to comment

Der Behindertenbeauftragte der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Mark Wassermann, gewinnt build! Ideenwettbewerb 2010.

Foto: build! Gründerzentrum Kärnten GmbH


Das Barrierefreie Leit- und Informationssystem (BLISs) wird behinderten und älteren Menschen den Alltag wesentlich erleichtern. Blinde und sehbehinderte Menschen können sich damit etwa Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel oder Speisekarten in Lokalen von ihren Mobiltelefonen vorlesen lassen. Die Anwendungsmöglichkeiten des Systems sind schier unerschöpflich. BLISs ist ein einfaches, universell einsetzbares System, das auf plattformunabhängige weit verbreitete Standards und kostengünstige Hardware zurückgreift. Es ermöglicht die Nutzung einer Vielzahl von Informationspunkten mit vollkommen unterschiedlichen und voneinander unabhängigen Informationen mit einem einzigen vertrauten Gerät.
Mark Wasserman hat mit BLISs eine kostengünstige Alternative zu anderen am Markt befindlichen Systemen geschaffen, die auch Personen, die aufgrund ihrer persönlichen Lebensumstände keine staatlichen Förderungen erhalten, zur Verfügung steht. Die Markteinführung erfolgt voraussichtlich im Herbst 2010.

Link zum build! Gründerzentrum Kärnten: www.build.or.at
Link zu Artikel in Kleine Zeitung: Sein Handy als Sehhilfe – Kleine Zeitung, 16.4.2010

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Nackte Webseiten – CSS Naked Day

Posted in Allgemein on April 9th, 2010 by Andreas Jeitler – Kommentare deaktiviert
Am 9. April wird der CSS Naked Day gefeiert. Ziel ist es auf die korrekte Nutzung von Web Standards aufmerksam zu machen. Websites deaktivieren ihre Stylesheets (CSS), wodurch nur mehr die blanke Struktur einer Seite zu sehen ist. Wurde auf die korrekte Anwendung von zum Beispiel XHTML geachtet, so sollten sich Besucherinnen und Besucher auf der Seite nach wie vor noch gut zurecht finden. Auch nach dem CSS Naked Day kann man sich Webseiten nackt ansehen. Die meisten Browser bieten entweder von Haus aus eine Funktion zum Deaktivieren von Stylesheets oder es gibt eine Erweiterung die diese Funktionalität bereitstwellt. Links zum CSS Naked Day:

Kostenloser Zugang zu Normen

Posted in Barrierefreiheit on März 12th, 2010 by ekocnik – Be the first to comment

“Ab März können alle Betriebe des Wiener Baugewerbes 200 Normen pro Jahr kostenlos über ihre Innung beziehen” berichtet die Zeitschrift “monat” in ihrer Ausgabe vom März 2010.
Die Innung will damit die Verwendung einer “einheitlichen Sprache am Bau” forcieren und verweist auch darauf, dass es im Streitfall für ein Unternehmen rettend sein kann, auf die Einhaltung einer Norm verweisen zu können.
Das BMKz und der Gleichstellungsbeirat der Landeshauptstadt Klagenfurt machen im Zuge ihrer Beratungstätigkeiten laufend die Erfahrung, dass sehr viele Professionisten im Baugewerbe, angefangen von Architekten bis hin zu bauausführenden Firmen, nicht über entsprechende Normen zum barrierefreien Bauen verfügen. Vielfach sogar nicht einmal Kenntnis von deren Existenz haben oder lediglich im Besitz einer nicht mehr aktuellen Version sind.
Normen sollten generell kostenfrei zugänglich sein! Dies würde zu einer Qualitätsverbesserung nicht nur in Bezug auf Barrierefreiheit führen. Die Landesinnung Bau Wien macht es uns vor, und wird hoffentlich viele Nachahmer finden.

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Einzelzimmer in Pflegeheimen rarer

Posted in Kärnten on Februar 18th, 2010 by Kleine Zeitung – Kommentare deaktiviert
Weil die Betreuten künftig 150 Euro für Einzelzimmer selbst dazu zahlen müssen, gibt es Sorge, dass die Zahl der Einzelzimmer abnimmt. Debatte über die...

Kärnten: Sparen bei Sozialprojekten

Posted in Kärnten on Februar 13th, 2010 by ekocnik – Be the first to comment

Gleich für mehrere Sozialinitiativen werden die Landesförderungen im Ausmaß von 30 Prozent gekürzt. So wird die Familienberatungsstelle des Vereines “Integration:Kärnten” ihr Beratungsangebot drastisch reduzieren müssen. Leidtragende werden Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige sein. Es war geplant, diese Familienberatungsstelle nach dem Familienberatungsförderungsgesetz flächendeckend und bedarfsorientiert für ganz Kärnten anzubieten. Dieser Plan muss nun wohl zu den Akten gelegt werden und es werden weiterhin lediglich Beratungen in den Ballungszentren Klagenfurt und Villach angeboten werden können.
Wie die Kleine Zeitung in Ihrer Ausgabe vom 13.2.2010 berichtet, ist auch die Arbeitsgemeinschaft zur Begleitung von Menschen mit Assistenzbedarf – AmmA von Kürzungen in der selben Höhe betroffen.
Details zur Subventionskürzung bei Integration:Kärnten: INTEGRATION KÄRNTEN_Subventionskürzung
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Aufruf zur Demonstration “Gemma für 90.000 Menschen in Kärnten”

Posted in Kärnten on Dezember 2nd, 2009 by ekocnik – Be the first to comment

Die letzten Wochen haben uns gezeigt, wie in Kärnten in Nacht-und-Nebel-Aktionen Gesetze ohne Einbeziehung der Zielgruppen, betroffener Personen und Organisationen beschlossen werden. Die UN-Konvention über Rechte von Menschen mit Behinderungen, die in Österreich bereits seit dem Vorjahr geltendes Recht ist, wird ignoriert und finanzielle Unterstützungen von Sozialprojekten und -initiativen werden drastisch gekürzt oder überhaupt ausgesetzt. Fast alle im Sozialbereich tätigen Organisationen sind davon unmittelbar betroffen.

Diese dramatische Situation nimmt das Kärntner Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung zum Anlass, als Auftakt des “europäischen Jahres zur Armutsbekämpfung” am 28. Jänner 2010 eine Demonstration in Klagenfurt für eine bedarfsorientierte Mindestsicherung und ein gerechtes Chancengleichheitsgesetz, das seinen Namen auch verdient, zu organisieren.

Die Route der Demonstration wird ausgehend vom Landhaushof über die Ursulinengasse – Theatergasse – Heuplatz – Wienergasse – Kramergasse – Wiesbadener Str. wieder zurück zum Landhaushof führen.

Treffpunkt: 28. Jänner 2010, 16.00 Uhr, Landhaushof

Nähere Details zur Demo: Demo_Aufruf_28jan10

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Resolution: KEINE Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung in Kärnten

Posted in Kärnten on November 25th, 2009 by admin – Be the first to comment

Die Resolution im Original als PDF herunterladen.

Gleichstellungsbeirat Klagenfurt Resolution: KEINE Chancengleichheit für Menschen mit Behinderung in Kärnten

Während der letzten Funktionsperiode des Kärntner Landtags wurde gemeinsam mit Behindertenorganisationen und dem Gleichstellungsbeirat der Entwurf eines Kärntner Chancengleichheitsgesetzes ausgearbeitet. Dieser Entwurf konnte vor den Neuwahlen nicht mehr im Landtag verabschiedet werden. Nach einer, fast einjährigen, Pause wurde nun bekannt, dass dieses Gesetz mit gravierenden Änderungen – ohne Begutachtungsmöglichkeit durch die ursprünglich daran beteiligten Personen oder die Öffentlichkeit im Landtag beschlossen werden soll.

Der Gleichstellungsbeirat der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee fasst in seiner Sitzung vom 25.11.2009 daher folgenden Beschluss:

Der Gleichstellungsbeirat verurteilt die aktuelle Vorgehensweise zutiefst. Ferner sieht der Beirat das Fehlen einer angemessenen Begutachtungsfrist als offene Diskriminierung von Menschen mit Behinderung an.

Menschen mit Behinderungen werden durch den vorliegenden Entwurf deutlich schlechter gestellt. Viele Leistungen sind freiwillig und obliegen dem guten Willen der jeweiligen Beamten und Politiker. Vielerorts fehlt ein gesetzlicher Anspruch.

Der Gleichstellungsbeirat fordert daher den Sozialreferenten Mag. Ragger und alle Mitglieder des Landtags auf eine öffentliche Debatte gemeinsam mit den Betroffenen zu führen, mit diesen den vorliegenden Entwurf zu überarbeiten, und das Gesetz zum derzeitigen Zeitpunkt NICHT zu verabschieden!

Für den Gleichstellungsbeirat,

Andreas Jeitler, Bakk.techn., Vorsitzender